Müllschlucker

Als die Wohnanlage errichtet wurde, waren Müllschlucker auf der Etage noch üblich und wurden auch hier eingebaut. Klappe auf, Müll rein, aus dem Auge, aus dem Sinn.

Allen Abfall in einen Schacht werfen - das ist schon lange nicht mehr in Ordnung. Mülltrennung ist angesagt. Folglich wurde der Schacht schon vor Jahren verschlossen.

Merkwürdigkeit am Rande: vor ein paar Jahren hat unser Hausmeister eine der verschlossenen Klappen gewaltsam aufgehebelt vorgefunden. In den Schacht hatte jemand einen großen Sack Müll gesteckt. Die Bergung war mühsam, die Klappe ist wieder verschlossen...



Mülltrennung

In einer großen Wohnanlage kommt auch recht viel 'Zeugs' in die Tonne. Abgesehen davon, daß Müllvermeidung wünschenswert wäre - auch die Kosten der Entsorgung sollten Eigentümer und Bewohner im eigenen Interesse im Auge behalten. Es geht dabei insgesamt um derzeit etwa 23.000 Euro pro Jahr - und es war schon noch mehr.

Der größte Brocken bei den Kosten der Müllabfuhr im Hausgeld oder den Mietnebenkosten ist der Restmüll. Je mehr Wertstoffe vorher 'getrennt' werden, je weniger Tonnen Restmüll fallen an.

Für Altglas gibt es je einen Container für braunes Glas, weißes Glas und grünes Glas direkt vor unserem Müllplatz am Wendehammer der Karl-Lochner-Straße. Dicht dabei gibt es auch einen Container für Altkleider. Diese Container sind öffentlich zugänglich und werden auch von Passanten und Flaschen-Anglern genutzt.

Auf unserem Müllplatz gibt es dann zwei gelbe Tonnen und einen großen orangen Container für leere Verpackungen - wöchentlich kommen da etwa 11 Kubikmeter zusammen.

Altpapier und Pappe werden in einem zweiten großen orangen Container abgefahren. Wöchentlich kommen da etwa 9 Kubikmeter zusammen. Betroffen sind z. B. Zeitschriften, Illustrierte, Kartonagen, die recht zahlreich angelieferten Prospekte von Möbelhäusern, Supermärkten und Pizza-Diensten und ähnliches.

Für Bio-Abfall warten mehrere braune Tonnen auf die etwa 2 Kubikmeter, die hier wöchentlich eingeworfen werden. Bioabfälle sind alle organischen Küchen- und Gartenabfälle, die sich zur Kompostierung eignen.

Elektroschrott, Sperrmüll, Autoreifen, Batterien und Renovierungs-Abfälle werden von vielen Bewohnern ordnungsgemäß zu den jeweiligen Sammelstellen gebracht. Beispiel: Wirtschaftsbetriebe Ludwigshafen (WBL), Wertstoffhof West, Wollstraße 151 (Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei), Tel. 0621/504-3421, Öffnungszeiten Montag bis Freitag: 8.00 bis 12.00 Uhr und 12.30 bis 16.45 Uhr, Samstag: 8 bis 13.30 Uhr (Stand 01.07.2017).

Sperrmüll wird etwa monatlich hier an der Anlage abgeholt. Informationen dazu werden in beiden Häusern ausgehängt. Sperrabfälle sind alle Gegenstände des Hausrates, derer sich der Besitzer entledigen will und die sich nach zumutbarer Zerkleinerung nicht in den zugelassenen Abfallbehältern unterbringen lassen.

Ja, und dann bleiben da immer noch fast 10 Kubikmeter Restmüll Woche für Woche für die grünen Restmüll-Tonnen auf unserem Müllplatz. Restabfälle sind die in Haushaltungen üblicherweise anfallenden Abfälle, nachdem die Verpackungen, die verwertbaren Stoffe, die Problemabfälle und organischen Abfälle vorher getrennt worden sind.

Bleibt noch festzustellen, daß die Mülltrennung durchaus recht gut funktioniert. Allerdings haben manche Mitbewohner merkwürdige Ideen. Beispiel: im Container für Altpapier lag ein großer Karton. Allerdings war ein kaputter Staubsauger drin. Für den Karton war der Platz richtig gewählt, ordentlichere Menschen hätten ihn aber vorher noch zusammengefaltet, damit mehr Platz in der Tonne übrig bleibt. Aber der Staubsauger?! Anderes Beispiel: beim Aufladen des großen Containers für leere Verpackungen hat der Fahrer schon am Gewicht gemerkt, daß da etwas nicht stimmen kann. Leere Verpackungen sind nicht sonderlich schwer. Beim Blick in den Container wurde schnell klar: das Gewicht stammt von herausgerissenem, alten Laminat-Fußboden, den jemand dort heimlich deponiert hatte. Auch mit solch einem Inhalt wird der Container abgefahren, allerdings mit anderem Fahrtziel und es kommt eine zusätzliche Rechnung.
Beliebte Ausrede für unterlassene Mülltrennung: ... das kommt ja sowieso alles in die Müllverbrennung... Selbst wenn das so wäre: die gelben Tonnen (und der große Container) mit 'richtigem Inhalt' kosten uns nichts extra, wäre das gleiche Volumen komplett 'vermischt' in grünen Restmüll-Tonnen gelandet, wir bräuchten etwa doppelt so viele Tonnen und wir alle zusammen müßten dann noch etwa 30.000 Euro jährlich mehr bezahlen.
Merke: Mülltrennung ist nicht nur von den Behörden vorgeschrieben, sie macht für uns wegen der Einsparung selbst dann Sinn, wenn bei der Abfuhr wirklich alles zusammengeschüttet würde.

Na ja, ab und zu kommen auch Müll-Touristen daher gefahren und laden aus ihren Autos ungeniert ihren Abfall auf unseren Müllplatz ab. Ein paar davon wurden schon erwischt. Sogar mit Gewerbe-Abfall. Autos haben Kennzeichen, Motorräder auch. Und manche Menschen lassen 'Knöllchen' und Kreditkartenbelege in ihrem Müll da...
Seit der Müllplatz eingezäunt wurde und immer mehr Mitbewohner die Tür wieder hinter sich zu machen, ist das aber rückläufig.

Wenn Sie Details interessieren: Die Abfallwirtschaftssatzung der Stadt Ludwigshafen am Rhein ist im Internet verfügbar. Das Thema Ordnungswidrigkeiten ist dort in § 16 abgehandelt. Was wohl dort Absatz 1, Nummer 17 und Nummer 25 bedeuten? Ein sonst ganz vernünftig wirkender Mitbewohner hat mir vor einer Weile erklärt, daß die Mülltrennung nicht vorgeschrieben sei und auch auf dem Sperrmüll-Berg war er recht aktiv...

Ein Vergleich (nicht alles was hinkt ist ein Vergleich): Wenn man die o.a. Zahlen zusammenrechnet, dann entspricht die Abfallmenge von zwei Wochen mühelos einem Turm mit einer Grundfläche von einem Meter mal einem Meter und so hoch wie das Haus. Enorme Menge. Müllvermeidung wäre wünschenswert.



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